Samstag, 2. Februar 2019

Was eine Woche...

Gestern Abend war mein Körper sehr taub und kalt. Hatte das Gefühl, Fieber zu bekommen. Heute morgen kam ich nicht aus dem Bett. Etwa im zwei-Stunden-Takt rief der Freund an, fragte, wann ich käme. "Ich stehe gerade auf." - Sofort fielen mir die Augen wieder zu.

Als ich endlich auf war, kam mir der Weg ins Bad wie ein Marathon vor. Aber auch das ist gerade nicht wichtig.

Es war auch nicht wichtig, dass wir erfahren haben, dass der Haupttumor, der jetzt draußen ist, nicht alleine war, weil: Die Prognosen sind sehr gut. Sehr gut behandelbar. Er hat eine echt gute Chance, aus der potentiell tödlichen Krankheit wieder rauszukommen. Und das alleine zählt!

Der unliebsame Zimmernachbar war wieder da. Heute war er ganz nett. Als ich mich zum Freund bückte, drehte er sich und glotzte ungeniert auf meinen Hintern. Ich wandte mich schnell um und starrte ihn an. Der Blick geht an mir hoch. Wieder dieses schmierige Grinsen. Wäh. Ich ertrag das grad' nicht. Selbstredend ist er handzahm, wenn seine Frau da ist. Aber was soll's.

"Also, am Montag könnte ich schon gehen."

"Jetzt schon? Mit DER Wunde?"

"Na ja, der Hausarzt kann dann den Verbandswechsel machen."

"Du kannst dich ja kaum bewegen."

Er zuckt die Achseln.

"Was ist eigentlich mit den ganzen Beratungsangeboten, die sie angepriesen haben?"

Sie sind in guten Händen.

"Ich... Frag mal am Montag."

"Da ist es zu spät. Wenn die dich da entlassen, machen die auch nix mehr."

"Ich komm' ja nochmal."

Gedanklich reib' ich mir die Schläfen. Mir ist das grad alles zu viel. Das ging alles so schnell. Zwei Wochen, in denen sich unsere Welt mal schnell auf den Kopf gestellt hat. Und es gibt noch Einiges zu tun. Ein bißchen mehr Unterstützung (in Form aktiven Anbietens) wäre auch nett 😠 für den Freund ist das schließlich noch komplettes Neuland.

Ich nehm' ihn in den Arm, geb'  ihm einen Kuss, verlasse das Krankenhaus. Das Handy klingelt, sein Vater. Das Handy klingelt, S. Ich tanke, ich kaufe ein, ich schalte die Waschmaschine an. Ich ramme fast ein parkendes Auto. Ich renne scheppernd gegen einen Pfosten und lasse die Handtasche fallen. Ich ignoriere den Stapel Post. Später. Irgendwann. Dann sinke ich auf's Sofa und falle in einen tiefen Schlaf.

Freitag, 1. Februar 2019

Notgeilen Schmierlappen abzugeben

Ich bezweifle, dass sich Interessenten melden werden, aber der neue Zimmernachbar vom Freund ist eine Zumutung.

Ich will den Dieter wieder haben. Der hat zwar viel geredet, aber war sonst ein angenehmer (und etwas verspulter) Zeitgenosse.

Nicht bücken (z.B. nach den Hausschuhen des Freundes), die Jacke am besten gar nicht erst ausziehen, Sprüche ignorieren wie: Wenn der Blasenkatheter jetzt weg sei, könne der Freund ja wieder loslegen, hö hö, Blick auf mich. Ich habe für ihn offenbar nur die Funktion einer (unnötigerweise sprechenden und) wandelnden Mumu.
(Hab' für sowas jetzt einfach keinen Nerv.)

Wo gräbt die Welt eigentlich immer nur solche Typen aus?

"Wenn du morgen kommst, ist er wieder weg. Er hat OP."

Na, Gottseidank. 😠

Dienstag, 29. Januar 2019

Er hat Nerven ♥

Fünf Stunden von Beginn bis Aufwachraum,
aber es ist alles gut gelaufen und es geht ihm
den Umständen entsprechend gut 💕

Und den ""Rest"" schaffen wir auch noch 💪💪💪 - irgendwie.
Was Anderes kommt gar nicht in die Tüte.


Danke von Herzen an alle, die mitgedrückt haben 💕